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Philosofun

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By: Dorothea Winter
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Bei Philosofun geht es um das ganze Spektrum der Philosophie: Erkenntnis und Wirklichkeit, Moral und Politik, Sprache, Wissenschaft, Kunst und Technik. Mal fragen wir mit Aristoteles, was Freundschaft eigentlich ist. Mal sprechen wir über intersektionalen Feminismus, etwa Patricia Hill Collins’ Idee der „matrix of domination“. Und mal geht es um Fragen wie: Wie verändert Desinformation unser Verständnis von Wahrheit? Welche Verantwortung tragen wir im Anthropozän? Philosophin Dr. Dorothea Winter lädt sich für jede Episode unterschiedliche Expert:innen ein!Dorothea Winter Science
Episodes
  • Macht uns Künstliche Intelligenz denkfaul, Daniel Bracker?
    Apr 14 2026

    Wer haftet, wenn eine KI Schaden anrichtet. Und wer bekommt die Lorbeeren, wenn die Systeme etwas Brillantes produzieren?


    In den USA wurden Meta und YouTube im März 2026 erstmals von einer Jury für das süchtig machende Design ihrer Plattformen haftbar gemacht. Ihr Schutzschild: der First Amendment und Section 230. Zumindest rechtlich ist damit ein Meilenstein gesetzt.


    Gleichzeitig hat Character.AI sich mit mehreren Familien außergerichtlich geeinigt, die dem Unternehmen vorwarfen, seine Chatbots hätten ihren minderjährigen Kindern schweren psychischen Schaden zugefügt – in mindestens zwei Fällen mit tödlichem Ausgang. Der Fall des 14-jährigen Sewell Setzer III aus Florida, der nach einer intensiven emotionalen Beziehung zu einem Chatbot Suizid beging, ging durch die Weltpresse.


    Was beide Fälle verbindet, ist eine philosophische Grundfrage: Wer ist Autor:in? Wer trägt (moralische) Verantwortung, wenn kein Mensch den konkreten Output intendiert hat? Und infwiefern helfen bzw. hindern uns KI-Systeme, überlegtere Urteile zu fällen? Darüber spreche ich mit dem Philosophen Daniel Bracker.

    Und darüber, ob KI-Systeme in der Zukunft so etwas wie Bewusstsein entwickeln können, was sich laut Daniel Bracker zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen lässt. Warum, erklärt er in der Folge!


    Daniel Falk Bracker ist Philosoph und Dozent an der Vrije Universiteit Amsterdam, wo er in der Theoretical Philosophy Group an Künstlicher Intelligenz, Epistemischer Autonomie und Bewusstsein forscht. Vor seiner akademischen Karriere arbeitete er mit Künstlicher Intelligenz beim Silicon-Valley-Konzern ORACLE. Er ist Mitglied der Society for the Philosophy of Artificial Intelligence und Forscher am Hybrid Intelligence Centre, einem internationalen Konsortium für die Interaktion von Mensch und KI, sowie Gastdozent an The New School: A University in New York City. Seine Arbeiten erscheinen in philosophischen Fachzeitschriften wie etwa Philosophy & Technology (Springer) sowie bei Routledge; zuletzt „Infringements of AI on Epistemic Autonomy“ (2026), über den schleichenden Verlust unserer Urteilskraft im Zeitalter der KI.

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    56 mins
  • Prof. Dr. Max Senges: Eine neue Erzählung der KI
    Oct 27 2025

    Was passiert, wenn jemand zehn Jahre bei Google arbeitet, dann eine Uni gründet, die ohne Professor:innen auskommt – und KI über die Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen hinaus denkt. Genau: eine Philosofun-Folge mit Max Senges.

    Max hat bei Google miterlebt, wie KI-Strategien entstehen. Heute leitet er das Institute of Electronic Business an der UdK Berlin und sagt: Wir brauchen neue Narrative. Nicht nur über KI, sondern über Fortschritt, Verantwortung und das Menschliche überhaupt.

    Wir sprechen auch darüber, wie sich Geschichten verändern, wenn Drehbuchautor:innen künftig mit KI schreiben – und warum Narrative oft mehr Wahrheit formen als Fakten. Wir sprechen auch darüber, wie sich Arbeitsprozesse verändern werden und warum jeder im Grunde das Bedürfnis nach einem sinnvollen Job hat und Quit Quitting und Home Office Arbeitszeitbetrug nur Hilfrerufe in der Verengung der neoliberalen Erfolgserzählung darstellen.


    Hier ist das Paper, auf das wir uns in der Folge beziehen: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=5501838

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    52 mins
  • Sind unsere Kinder okay, Prof. Dr. Sandra Niebuhr-Siebert? Pädagogik in Zeiten der Demokratie-, KI, und Klimakrise
    Oct 7 2025

    Unsere Jugend soll ja angeblich alles retten: das Klima, die Demokratie – und am besten gleich noch die Menschheit vor der KI. Aber wer erzieht eigentlich diejenigen, die ständig retten sollen? Und was heißt Erziehung, Bildung und Pädagogik überhaupt, wenn TikTok, ChatGPT, Rechtsruck und Klimakrise längst mit am Küchentisch sitzen?

    In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr. Sandra Niebuhr-Siebert über Verantwortung, Bildung und die Frage, wie Pädagogik Jugendlichen heute Orientierung geben kann – ohne sie zu überfordern.


    Wir reden darüber, was es heißt, in einer Welt erwachsen zu werden, die sich schneller verändert, als man sie verstehen kann. Und warum gute Pädagogik nicht darin besteht, Antworten zu liefern, sondern Räume zu öffnen – für Nachdenken, Zweifel und Mut zur Verantwortung.


    Sandra Niebuhr-Siebert ist promovierte Sprachheilpädagogin, Autorin und hat eine Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Bildung und Erziehung im Kindesalter an der Humanistischen Hochschule Berlin inne, wo sie auch Prorektorin Forschung ist.

    Lehrerfahrung sammelte sie an den Universitäten Hannover, HU zu Berlin und Paderborn, praktische Berufserfahrung durch ihre zweijährige Tätigkeit als Sprachheilpädagogin in einer therapeutischen Praxis. Sie war Professorin für Sprachwissenschaft an der Clara Hoffbauer Fachhochschule und leitete den dortigen Studiengang Sprachpädagogik und Erzählende Künste in Sozialer Arbeit. Schwerpunkte ihrer Forschung und Lehre sind der Erwerb des Deutschen als Erst- und Zweitsprache sowie die Diagnostik und Intervention bei unauffälligem als auch gestörtem Verlauf dieser Lernprozesse.

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    47 mins
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