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Chlorgesänge

Chlorgesänge

By: Ute Zill Martina Schrey
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Wir sind Schwimmerinnen. Wir waren beide mal im Schwimmverein, aber das ist lange her. Bis vor kurzem schwammen wir so wie die meisten – ab und zu, wenn es gerade passt. Doch dann entdeckten wir die Jahreskarte der Berliner Bäderbetriebe – und stellten fest: Berlin hat ja über 60 Schwimmbäder! Schnell stand fest: Die durchschwimmen wir alle! Und zwar in einem Jahr. Gesagt, getan. Was uns beim Bahnen ziehen durch den Kopf geht und warum wir meinen, dass schwimmen nicht nur überlebenswichtig, sondern ein großartiges Abenteuer ist – darum geht es hier!Ute Zill, Martina Schrey Water Sports
Episodes
  • Folge 158: KI is watching you
    Jun 3 2026
    Auf den ersten Blick ist da erstmal nichts Besonderes. Das CabrioLi im westfälischen Lippstadt ist ein Kombibad mit Hallen- und Freibad. Betriebsleiter Tobias Göbel führt uns durch die Halle und deutet nach oben. Und jetzt sehen wir sie: Kleine weiße Kameras an der Decke oder hoch oben an der Wand, die jeden Winkel der drei Schwimmbecken in der Halle im Blick haben.Das CabrioLi in Lippstadt war bundesweit das erste Schwimmbad, das KI zum Einsatz gebracht hat. Auslöser war aber nicht der tragische Tod eines Kleinkindes im Jahr 2019, wie viele vermuten, sondern der pure Zufall, erzählt Tobias. Auch Bäder haben nämlich immer wieder Besuch von Vertretern, die ihnen die neuesten Entwicklungen auf dem Markt präsentieren. Und von so einem Vertreter erfuhr man im CabrioLi von der israelischen Firma Lynxight, die Pionierin in Sachen Schwimmbad-KI.Das war 2022. Das Bad willigte ein, das Programm zu testen, Anfang 2023 gings los: Kameraüberwachung in Echtzeit, auch unter Wasser. Das System macht eine ständige Bewegungsanalyse aller Menschen, die gerade im Wasser sind. Erkennt sie untypische Bewegungsmuster, sendet sie einen Alarm auf die Smartwatch, die hier jeder Bademeister trägt (und natürlich auch jede Bademeisterin). Mit dem Alarm wird der exakte Standort des Geschehens gesendet, außerdem ein Livebild. Zu sehen ist auch, was in den Sekunden davor geschah.Allerdings darf man sich das nicht als einen glasklaren Film vorstellen, erzählt Tobias, die eigentlichen Kameraaufnahmen werden nicht gespeichert. Stattdessen wandelt das Tool sie in so genannte Vektordaten um, sodass nur die Umrisse der Schwimmenden zu sehen sind. Wichtig für den Datenschutz! Seit drei Jahren ist Lynxight jetzt in Lippstadt im Einsatz, am Anfang war das noch ganz schön holperig, erzählt Tobias. Da wurde auch schon mal der Schatten einer Liege als Ertrinkender gewertet, auch ließ sich der Alarm mit „Toter-Mann-Spielen“ viel leichter auslösen. Aber: Diese KI lernt. Nach jedem Alarm melden die Bademeister:innen zurück, ob die KI die Situation richtig erfasst hat. Die Fehlalarme werden deutlich seltener. Und dass eine heikle Situation NICHT erkannt wurde, sei zum Glück noch nie passiert. Ab und zu würden es Gäste auch mal darauf anlegen, den Alarm auszulösen, indem sie sich beispielsweise auf den Beckenboden sinken ließen - doch mittlerweile in der Regel ohne Erfolg.Betriebsleiter Tobias Göbel ist von dem System begeistert, das merkt man. Über die Anschaffungskosten schweigt er sich aus, die jährlichen Betriebskosten seien aber mit rund 10.000 Euro absolut überschaubar. Für ihn hat diese Technik Zukunft - aber nicht, weil er Badpersonal sparen will - „Retten können nur wir, da hilft uns keine KI“ - sondern weil er kaum noch Personal bekommt. Gerade wenn es sehr voll ist, sei aber jedes Auge wichtig - auch das der Kamera. Mittlerweile haben auch schon einige andere Bäder in Deutschland nachgezogen, das System Lynxight kommt in sieben Ländern weltweit zum Einsatz.Mittlerweile sind wir draußen am Schwimmbecken angelangt. Hier gibt es keine KI, an heißen Sommertagen müssen sich die Bademeister:innen nach wie vor auf ihre eigenen Augen und Erfahrungen verlassen. Das Problem: Hier gibt es weder hohe Wände noch Decken, an denen die KI-Kameras aufgehängt werden können. Stangen oder ähnliches wären zu wacklig. Da ist also im wahrsten Sinne des Wortes noch Luft nach oben.
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    37 mins
  • Folge 157: Blaue Glücksorte
    May 27 2026

    Diesmal treffen wir uns mit Steffi Memmert-Lunau am Schlachtensee - einer der blauen Glücksorte, die sie in ihrem gleichnamigen Buch beschrieben hat. Darin geht es um lauter Berliner Highlights am Wasser - nicht nur für Schwimmer:innen. Schon der Ort, an dem wir sitzen, ist besonders: Das Café am Bootsverleih ist ein sehr romantischer Ort, besonders in der Abendsonne. Schade nur, dass die bisherigen Betreiber aufgehört haben. Jetzt wird es von der Fischerhütte ein paar hundert Meter weiter mit betrieben, Boote kann man sich aber immer noch ausleihen und es gibt auch zu essen und zu trinken.

    Während wir da so sitzen, philosophieren wir über die vielen Orte am Wasser, die Berlin zu bieten hat, von der Dahme im Osten bis hin zu kleinen und größeren Seen wie dem Lietzensee Nähe Kudamm, dem Amerika-See im Botanischen Garten oder auch dem Teufelssee in Grunewald.

    Wir kommen ins Schwärmen über den Mauerradweg entlang der Havel und hören mit leichtem Gruseln die Geschichte des Plötzensees: Dort, wo der See samt Strandbad heute liegt, soll sich nämlich einst ein Dorf befunden haben, dessen Gutsherr sehr hartherzig zu seinen Tagelöhnern war. Ein Geist forderte soziale Gerechtigkeit, weil aber nichts passierte, flutete er das ganze Dorf und alles ging unter, einschließlich Rittergut und Kirche. Angeblich sei auch heute noch in Vollmondnächten ihr Glockengeläut zu hören - wer das nicht glaubt, muss es einfach mal ausprobieren!

    Wo viel Wasser ist, sind auch viele Inseln, hier sei nur die Pfaueninsel und die Insel der Jugend erwähnt und ja - auch die Altstadt von Köpenick ist eine Insel und überall von herrlichen Gewässern umgeben. Hier kann man rudern, fischen, schwimmen, tauchen - hat auch Steffi alles schon mal ausprobiert. Ohnehin schlägt ihr Schwimmerinnenherz vor allem für öffentliche Gewässer, das sei schon als Kind so gewesen, erzählt sie uns.

    Zum Schwimmen in der Spree war sie allerdings noch nicht, aber an der Schloßbrücke in Mitte lohnt sich auch einfach mal genaueres Hinschauen: Für das dekorative Geländer wählte Karl Friedrich Schinkel nämlich Delfine und Pferde mit Fischschwänzen aus. Ist uns noch gar nicht aufgefallen, werden wir aber auf jeden Fall demnächst mal drauf achten.

    Und so kann man sich herrlich vertiefen in Erzählungen über die Atmosphäre am Wasser, eine von uns gibt noch zum besten, dass es die Frühlingsstimmung am Landwehrkanal war, die sie vor knapp vierzig Jahren bewogen hat, Berlin nach einem harten Winter nicht fluchtartig wieder zu verlassen. Derweil schaukeln die Boote leise auf dem Schlachtensee und wir sind sicher - mit diesem Buch finden wir noch viele weitere herrliche Orte am Wasser und können es nur empfehlen!

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    31 mins
  • Folge 156: Bahnen ziehen mit Ute und Martina - die schönste Freibadsaison beginnt
    May 20 2026

    Wir sind so aufgeregt! Endlich öffnet ein Freibad nach dem nächsten und wir haben die ersten Bahnen unter freiem Himmel auch schon gezogen. In Berlin waren das am ersten Mai-Wochenende noch 25.000 weitere Badegäste und es hat sehr viel Lust auf mehr gemacht. Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder Ausweis- und Videokontrollen an den Kassen und am Eingang und mittlerweile ist auch gerichtlich bestätigt, dass das rechtens ist.

    Da loben wir doch die Initiative Respekt Pommes, die eher auf Überzeugung als auf Kontrolle setzt: „Versalze anderen nicht die Stimmung“, heißt es da beispielsweise bei der Kampagne, die von der Abteilung Bäder der Niederrhein Energie und Wasser GmbH ins Leben gerufen wurde, oder auch: „Gierige Blicke sind nur bei Pommes okay“. Immerhin 121 Schwimmbäder bundesweit sind schon dabei, unter anderem auch das Blu in Potsdam. Großstädte wie Hamburg, Berlin oder München tun sich damit allerdings noch schwer - dabei wäre es einen Versuch doch wirklich mal wert.

    Mit dem beginnenden Sommer haben wir auch unseren Spieltrieb entdeckt - es gibt nämlich tatsächlich eine Puppe, die schwimmen können soll. Wir konnten nicht anders und haben es flugs mal ausprobiert: Badewanne voll Wasser, Puppe rein - es war eine Riesengaudi! Und es funktioniert tatsächlich. Andere leben ihren Spieltrieb lieber im Verein richtig professionell aus - mit Stone Skimmung, besser bekannt als: Wir titschen Steine übers Wasser. In Berlin kann man das im Verein THC Franziskaner FC machen und die kriegen jetzt sogar Trainingszeit im Kreuzberger Prinzenbad - natürlich erst nach Badeschluss. Denn so ein 75-Meter-Nichtschwimmerbecken eignet sich offenbar ganz vorzüglich dafür. Das müssen wir uns unbedingt auch mal anschauen!

    Andernorts kann man über unsere freudige Aufregung übrigens nur müde lächeln - im westfälischen Oelde wurde das Freibad bereits Mitte März eröffnet, und zwar mit einer Wassertemperatur von 26 Grad. Der Grund: Die Abwärme der nahe gelegenen Biogasanlage eines Landwirts kann für die Wassererwärmung genutzt werden, es fallen also keine zusätzlichen Stromkosten an. Bis Ende Oktober ist das Bad geöffnet - sowas hätten wir auch gern!

    Egal - wir genießen jetzt erstmal das, was wir haben. Am Pfingstwochenende werden die nächsten Freibäder geöffnet. Und dann nehmen wir die Puppe mit - mal sehen, wer schneller ist!











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    31 mins
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